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Die Vereinigten Staaten auf Ölentzug

Grand Solar PlanDas Öl als Lebensnerv des american way of life ist nicht wegzudenken. Doch der knapper werdende Rohstoff als Folge des peak oil zwingt sogar die hart gesottenen Amerikaner zum Nachdenken. Die Lösung sind riesige Sonnenkraftwerke, die bis zum Jahre 2050 in der Wüste von Nevada errichtet werden können.
Amerika verwendet in seiner Politik in seiner Geschichte stets viel Kraft, seinen Zugriff auf billige Energie zu sichern. Die Vereinigten Staaten führen deshalb auch Kriege. Anders gibt es auch keinen american way of life. Lange Zeit war Öl in den USA schön billig. So galt in Amerika die Sorge um die Energiezukunft beinahe als ketzerisch. Doch das knapper werdende Öl infolge des für 2020 prognostizierten[1]  Peak Oil schreckt das Land auf. So wie sich Amerika oft radikal neu erfindet, so radikal ist auch das Grand Solar Plan genannte Konzept weg vom Öl. Die amerikanischen Wissenschaftler Zweibel, Mason und Fthernaktis[2] werben für ihren Plan, riesiger Solarkraftwerke bis 2050 aufzustellen und über Gleichstromleitungen den Strom in die Verbrauchszentren abzutransportieren.

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Solarthermie in den Vereinigten Staaten

Die bisherigen Vorschläge für Energieeinsparungen sind nett, reichen aber nicht. Sie setzen fossile Energie voraus und der Wettlauf darum macht die Welt in den nächsten Jahrzehnten ungemütlich. Die USA nutzen deshalb ihre Fähigkeit aus alten Siedlerzeiten, unerschlossenes Land für neue Vorhaben zu nutzen. So planen die drei Wissenschaftler, im Südwesten der Vereinigten Staaten eine Fläche von 20.000 Quadratkilometern mit Solarkraftwerken zu überdecken. Das sind rund 2,5 Prozent einer dort vorhandenen geeigneten Fläche der doppelten Größe Deutschlands[3].

Strategisch würde Amerika nach den Zeiten des Wohlstandes auf Pump wieder ein festes Funda-ment erhalten und sein Wohlergehen wetterfest machen. Die Abhängigkeit von Öl und Konsorten würde fast ganz verschwinden, ebenso das ewige Außenhandelsdefizit. Die USA können ihr Militär bedeutend reduzieren, sich Kriege mit ungewissem Ausgang ersparen und sich auf die Sicherung ihrer globalen Macht konzentrieren. Amerikas riesige Dimensionen bedeuten auch immense Ersparnisse. Beide Faktoren summieren sich auf eine Ersparnis von mehreren hunderten Milliarden Dollar. Pro Jahrh1>Technik des Solar Grand Plan

Zwei Technologien werden die Versorgung sicherstellen. Zum einen decken Solar-Spiegel-Kraftwerke ein Fünftel des geplanten Strombedarfs. Sie sind der Plan einer ähnlichen Studie zur europäischen Stromversorgung aus der Sahara namens Desertec. Den Löwenanteil des benötigten Stroms würden Solarzellen liefern. Für die ausladenden Dimensionen des Vorhabens ist die Dünnschichttechnologie am besten geeignet. Die Unterschiede in der Sonneneinstrahlung aus Bewölkung und jahreszeitlichem Wechsel benötigen weiters einen Ausgleichspuffer in Form von Druckluftkammern. Dorthin wird auch der überschüssige Strom transportiert. Seine Energie dient zum Einpressen der Luft. Bei hohem Verbrauch und null Produktion, also am Abend zum Beispiel, wird die Luft abgeblasen und damit eine klassische Stromturbine betrieben. So wird zuverlässig und unterbrechungsfrei Strom erzeugt. Die Geologie der Vereinigten Staaten bietet dafür geeignete Lagerstätten und oft sogar in der Nähe der Ballungszentren. Das sind zum Beispiel unterirdische Kammern, aufgelassene Bergwerke oder wasserdurchlässige Gesteine. Die Technik dafür ist entwickelt und ist seit mehr als zehn Jahren in Deutschland und den Vereinigten Staaten zuverlässig in Betrieb.

Der Strom wird durch Gleichstromleitungen geführt, weil die Übertragungsverluste sehr gering sind. Die Leitungen sind im Gegensatz zu Deutschland auch planerisch leicht umzusetzen, weil die Gesetze der USA entlang der staatlichen Autobahnen entsprechende Überleitungsrechte vorsehen.

Größe und Kosten der Solarthermie

Aus dem Weltall würde man die von Spiegeln überdeckte Fläche deutlich erkennen. Sie ist sehr groß, angesichts des gigantischen Strombedarfes aber verständlich. Die Vereinigten Staaten besitzen in ihrem Südwesten ausreichend öde und leicht zugängliche Flächen ohne ökologischen Wert in der doppelten Größe Deutschlands. Der Plan kennt zwei Stufe, eine Anlaufstufe bis 2020 und die Ausbaustufe bis 2050.

Die Planung der Dimenstionen beruhen auf langfristigen Modellen. Die erste Stufe beinhaltet einen mäßigen Aufbau an Kapazität in der Größenordnung eines deutschen Kernkraft-werkes. Parallel dazu bauen private Investoren das Gleichstromnetz auf. Hier betragen die geschätzten Verluste in Summe 420 Milliarden Dollar. Die Regierung gleicht sie durch Darlehen, eine Abnahmegarantie und einen Zuschuß aus. In dieser Zeit können Produktion und Wirkungsgrad verbessert werden. Dadurch sinken die Kosten der Herstellung deutlich. Der Betrag entspricht dem Jahresbudget des Militärs oder einem Teil der Kosten für den Krieg im Irak. Also bei der bisher einwandreien amerikanischen credit history stemmt das Land das problemlos.

Die Ausbreitungsstufe dient dem großflächigen Ausrollen der Solarzellen. Dann würde in einem Jahr die Leistung von drei deutschen Kernkraftwerken neu als Solarkapazität installiert. In dieser Zeit wird der Solarstrom bereits ohne staatliche Hilfen erzeugt und kostet etwa fünf Cent die Kilowattstunde. Damit können zwei Drittel des nationalen Strombedarfes und ein Drittel des Energiebedarfes für den Verkehr gedeckt werden. Die Erzeugung des ausstehenden Stromanteils wird in der Studie nicht näher ausgeführt. Weil die Autoren die USA aber von der Ölsucht heilen wollen, deckt unausgesprochen die Kernkraft den Rest.

Solar Grand Plan

Stromerzeugung und Stromverbrauch liegen in den USA im selben Staat. Daher ist der Grand Solar Plan sie im Vergleich zu den europäischen Plänen der Stromerzeugung in der Sahara viel leichter umsetzbar. Dort muß erst das Hindernis der anderen Kultur und des fremden politischen Bereiches zu überwunden werden. Die Welt wäre aber nicht die Welt, wenn alles einfach ist und das Hindernis sind hier nach Auffassung der Autoren die Amerikaner selbst.

Die in den USA fehlende Tradition des nachhaltigen Wirtschaftens verschafft der Solarwirtschaft keinen öffentlichen Rückhalt. So fehlt in den USA das politische Mandat, die Anlaufverluste durch staatliche Hilfen zu überbrücken. Ohne sie gibt es aber keinen Grand Solar Plan. Doch nie sollte man die Amerikaner unterschätzen. Ihre größte Stärke ist ihre Anpassungsfähigkeit und ihr augenblicklicher nicht näher bestimmter Wunsch nach einem Wandel in der Politik. Nach der Ernennung von Steven Chu als neuer Energieminister[4] kanm schnell gehen und plötzlich strahlt ein großes silbernes Quadrat in Nordamerika in das Weltall hinaus.

Der Fakten des Textes basieren auf dem Artikel von Zweibel et. al. aus dem Scientific American. Die Bewertungen erfolgten durch den Domaininhaber.

Weitere Quellen finden Sie hier.