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Europas Traum ewiger Energie
Die Vereinigten Staaten auf Ölentzug
Ölfreies Leben in Plan und Finanzen
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Solares Symbol auf Schule in SydneyAutogas Tankstellen
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Ölfreies Leben in Plan und Finanzen
Ob der Ölpreis steigt oder fällt, wird einem unserer nördlichen Nachbarn bald herzlich gleichgültig sein können. Als erstes Land der Welt will Schweden bis 2020 auf den Einsatz von Öl verzichten. Genau gesehen, wird sein Einsatz sehr verringert, etwas Oel aber bleibt. Denn die auf seiner Grundlage hergestellten chemischen Produkte werden weiter benötigt.
Die Regierung gab vor einiger Zeit die dazu notwendigen Studien in Auftrag. Sie sind zwar noch nicht fertig, ihre Ergebnisse aber in ihren Umrissen bereits erkennbar. Schweden zielt auf zwei Bereiche, den Verkehr zu Land und den Energiesektor, also Hausbrand und Industrie.
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Ausgeklammert wird der Flugverkehr, weil ein Flugbetrieb ohne Kerosin in naher Zukunft nicht vorstellbar ist. Die anderen Länder der Europäischen Union sollen das schwedische Vorgehen genau beobachten. Abkupfern ist ihnen ausdrücklich erlaubt.
Perspektiven solarer Energie
Schweden sieht sich als Land im Norden Europas immer gern als etwas fortschrittlicher als andere und seinem trägen deutschen Nachbarn im Süden eine Nasenlänge voraus. In der letzten halben Generation fehlten aber die zündenden Ideen dazu. Diese Vision ist aber genau das Richtige für das schwedische Sendungsbewusstsein.Der Plan bedeutet einen Schub für das Land insgesamt. Immens viele Ideen für technische Verfahren oder wirtschaftliche Verbesserungen werden so angeschoben. Das ist weder rückwärts gewandt oder utopisch, sondern schlicht eiskalt wirtschaftlich berechnet. Schweden erarbeitet sich in gut eineinhalb Dekaden einen überragenden Vorsprung. Wenn dann in anderen verarmenden Ländern das Essen bei IKEA zum Luxus wird, feiern sie wohlhabend und entspannt ihren Midsommar.
Technik und Finanzierung von Autogas
Erfolgreiche, präzise und umsetzbarer Pläne dieser Art enthalten stets eingeführte und schon heute zuverlässig arbeitende technische Verfahren. Deren großflächige Anwendung wird darin solide durchgerechnet und in seinen Folgen abgeschätzt. In diesem Fall sind soger keine großen Kredite der Regierung notwendig. Schweden wird hier die gesamte Bandbreite an ölarmen Technologien einsetzen.Dem Bürger fallen am stärksten die Änderungen des Autoverkehrs ins Auge. Das bedeutet großflächig Antriebe ohne Benzin oder Diesel wie zum Beispiel Autogas. Der Lastwagenverkehr wird konservativer bleiben. Der Nutzverkehr ist ohne Diesel unvorstellbar, aber der soll nicht mehr aus dem Tanker kommen. Die Pläne werden also Hydrierwerke für Kohle vorsehen müssen. Den Eisenbahnverkehr trifft es wenig, soweit er elektrisch betrieben wird. Für den Flugverkehr ist auf absehbare Zeit kein ölfreier Betrieb in Sicht, also wird er von den Planungen auch nicht erfasst.
Im Energiebereich fallen die Änderungen weit weniger umfassend aus. Schweden stellt heute schon einen großen Teil seines Stromes in Wasserkraftwerken her. Für ölfreie Deckung des Restbedarfes werden die alt bekannten und wenig hippen Energieträger Atomkraft, Kohle oder Gas benötigt. Die Entscheidung hierüber mündet in den übliche politische Streit und deshalb nicht Teil der Pläne.
Das Einsatzverhältnis dieser Techniken untereinander wird sich aber im Vergleich zu anderen Ländern sehr unterscheiden. Ein gutes Beispiel für den Vergleich ist Deutschland. Die Anwendung der Solarenergie bringt in Schweden klimatisch bedingt vergleichsweise wenig ein. Die dünne Besiedelung ermöglicht aber dafür eine riesige und den Bedarf vollständig deckende Herstellung von Ersatztreibstoffen für Benzin und Diesel. Für achtzig Millionen Deutsche ist dies undenkbar, wie der politische Fehlschlag der steigenden Beimischung von Biosprit zeigte. Hier fehlte die solide Durchrechnung im Vorfeld. Das war also kein erfolgreicher Plan nach schwedischem Vorbild.
Knüller der Studie
Anders als die im Zukunftstreff vorgestellten Studien zur Energiegewinnung für die Europäische Union (Desertec) oder die Vereinigten Staaten (Solar Grand Plan) können zum heutigen Zeitpunkt weder die Dimensionen noch die Finanzierungaller Vorhaben abgeschätzt werden. Solange die wesentlichen Entscheidungen nicht gefallen sind, sind daher allenfalls vage Prognosen möglich. Aus der Ferne geschätzt wird Schweden einen niedrigen dreistelligen Milliardenbetrag dafür ausgeben wollen.
Aber der Knüller für Schweden ist der weit größere Nutzen für seine Wirtschaft insgesamt, neudeutsch der Cash back oder der ROI. Schweden eilt so dem Rest der Welt um Jahrzehnte voraus. So kann es in Ruhe alle nötigen Techniken perfekt und billiger machen und danach mit Patenten zupflastern. Schweden entwickelt so zwei Exportschlager auf einmal, unschlagbare Produkte und einen umfassenden wirtschaftlichen Gesamtplan. Gutes vieles Geld für die Schweden und ein Hallo wach für Deutschland. Oder das neue Sendeformat für Dieter Bohlen, Deutschland sucht den Superplan.
Den Fakten des Artikels liegen zugrunde allgemein zugängliche Veröffentlichungen zum Thema.